Es geschah im Jahre 789 n. Chr.: Drei Schiffe der Nordmänner erreichten die Südküste Englands. Als der Stadthalter sie empfing und sie aufforderte, dem König ihre Aufwartung zu machen, wurde er kurzerhand erschlagen. Vier Jahre später ereignete sich der berühmte Überfall auf das Kloster von Lindisfarne, eine kleine Insel im Nordosten Englands. Gemäß den angelsächsischen Chroniken begannen von nun an die Raubzüge der Wikinger auf England, Schottland und Irland. Doch warum verließen die Skandinavier ausgerechnet im 8. Jhdt. so zahlreich ihre Heimat, um ganze Landstriche in Europa zu plündern und später zu besiedeln? Der Grund war vermutlich, dass es in Skandinavien zur Überbevölkerung kam und brauchbares Siedlungs- und Ackerland knapp wurde, da weite Teile Dänemarks, Norwegens und Schwedens dicht bewaldet waren. Bei ihren Raubzügen im weitgehend christlichen Europa fanden die Wikinger fruchtbares Land vor und besiedelten und bewirtschafteten es. Dabei ließen sich die dänischen und norwegischen Wikinger eher im westlichen Europa nieder, während die schwedischen Wikinger die slawischen Landstriche des heutigen Russlands eroberten. Bei ihren blitzartigen Überfällen kam es ihnen zugute, dass sie sich als meisterhafte Schiffsbauer erwiesen und sich mit ihren hochseetüchtigen Langschiffen auf den rauen Atlantik wagten. Dabei drangen sie in ferne Gebiete wie Island, Grönland und sogar Neufundland vor. Außerdem konnten sie auch seichte Flüsse befahren, da die Schiffe der Wikinger einen relativ niedrigen Tiefgang hatten. Auch erwies sich der flache Kiel der Schiffe als Vorteil, da dadurch selbst ein voll beladenes Schiff einfach auf dem Strand anlanden konnte. Die Wikinger waren aber nicht nur blutrünstige Plünderer und Krieger sondern auch Siedler, Bauern, Fischer, Händler, Handwerker und Künstler.

Das Zeitalter der Wikinger umfasst im Wesentlichen die Jahre kurz vor 800 bis ca. 1100 nach Christus.

Mit der Zeit verringerte sich die Macht der Wikinger in Europa. Die Plünderungen gingen zurück, als die Wikinger nach und nach zum Christentum konvertierten. Die Besatzer wurden auch immer enger in die politische Entwicklung Europas verstrickt.

Ein neues Zeitalter brach an, als sich die Wikinger im späten 11. Jahrhundert mit der Bevölkerung Nordeuropas vermischten.

Das Scheitern der letzten großen Invasion im angelsächsischen England führte schließlich zum Ende der Wikingerzeit.

König Harald Hardrada gilt als einer der letzten Wikinger, der mit dem Schwert in der Hand starb, als er versuchte, die Macht über das angelsächsische Königreich zurückzugewinnen.